Zum zweiten Mal ging es nach St. Marx: Nach der Tour „St-Marx – Einst und Jetzt“ ging es diesmal auf den St. Marxer Friedhof. Der Friedhof, eigentlich ist es ein Park, da hier seit der Eröffnung des Zentralfriedhofes keine Bestattungen mehr stattfinden, ist ein der letzten erhalten Biedermeier-Friedhöfe in Wien! Eng mit den Reformen Joseph II. verbunden, nach der Schließung in Vergessenheit geraten und verwildert; durch die Initiative von Hans Pemmer erhalten geblieben.

Für 90 Jahre – von 1784-1874 – wurde hier die Toten des 2. und 3. Bezirkes und eines Teiles des 1. Bezirkes bestattet. Das brachte auch den berühmtesten Toten hierher: Wolfgang Amadeé Mozart. Um ihn herum finden sich die Gräber seiner Zeitgenossen: der ersten Interpretin der Pamina aus der Zauberflöte, Anna Gottlieb, seines ersten Biographen  Franz Niemeczek.

Beim Betrachten der Grabinschriften entdeckt man ungewöhnliche Berufsbezeichnungen die hier voller Stolz angeführt werden: bürgerlicher Schmalzhändler, Privatier, Küchengärtner oder der Obermälzer der ehemaligen St. Marxer Brauerei. Berühmte Vertreter der Architektur wie Josef Kornhäusel, liegen neben bekannten Bauherren wie Fürst Philipp Cobenzl – ja der vom gleichnamigen Berg!

Ein weiteres spannendes Thema sind die Symbole auf den Grabsteinen: Der Pfeil der durch den Schlangenring geht – Zeichen für den Weg des irdischen Lebens in die Auferstehung, das Tränentüchlein – Zeichen der Trauer oder die gesenkte Fackel – Symbol des verlöschenden Lebens.

Der Friedhof ist ganzjährig geöffnet – ein Besuch ist zu jeder Jahreszeit zu empfehlen. Besonders aber in den Monaten April und Mai: Dann ist der Friedhof voller Flieder!!

 

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